Ich bin Hauptmann der Reserve beim österreichischen Bundesheer und im Zivilberuf Bauingenieur in Klagenfurt. Fliegen habe ich auf einer Saab 105 und einer Pilatus PC-7 in der Truppe gelernt — der Übergang zum zivilen GA war ein Kulturbruch, den ich lange als Verlust empfunden habe.
Den Gabriel habe ich gewählt, weil er das einzige zivile Flugzeug in meiner Anschaffungs-Reichweite war, das die Sitzgeometrie, die Kunstflug-Last und die Sicht-DNA eines Militär-Trainers ehrlich nachbildet. Tandem, Schiebehaube, +6/-3 g, EASA-Zertifizierung — das passt in mein Bild von Fliegen.
Sonntagsroutine: Start aus St. Stefan LOKG, Steigflug Richtung Saualpe, eine halbe Stunde Trockenübung Loops und Rolls, dann Anflug Zell am See LOWZ. Im Sommer mit Lebensgefährtin im hinteren Sitz — die Schiebehaube und die Tandemsicht sind für Mitflieger genauso besonders wie für den Piloten.
Ein- bis zweimal pro Quartal fliege ich nach Salzburg LOWS. Anlass meistens: Hangar-7 mit Familie. Anflug ILS oder Sichtflug, GA-Apron, Spaziergang zur Besucher-Apron des Hangar-7 — angemeldet über Salzburg Airport. Die Flying-Bulls-Sammlung ist sehenswert; nach dem Mittagessen am Carpe Diem zurück zum Flieger und nach Hause.
Mein Rotax 916 ISC C24 läuft ruhig, FADEC nimmt mir Power-Management-Entscheidungen ab. Reisegeschwindigkeit mit dieser Variante 278 km/h — etwas weniger als mit dem Lycoming, aber für meine Tagesrouten irrelevant. Lärm ist auf österreichischen Plätzen das politischere Argument.
St. Stefan LOKG ist Heimat, übersichtlicher Vereinsbetrieb, freundlicher Tower. Zell am See LOWZ ist mein Lieblingsplatz auf einer Stunde Flug: Anflug entlang des Sees, Berge dicht, Eis im Anschluss.
Salzburg LOWS ist meine Customs- und Familienadresse. Wer in der Stadt bleibt, sollte das Hangar-7 von Red Bull einplanen — Besucher-Apron freigegeben, PPR über Salzburg Airport. Mariazell LOGM ist eine schöne Alternative für ruhige Wetterlagen.
In Österreich sehe ich auf den GA-Plätzen mehr und mehr Blackshape Prime BK160. Gleiche Kabine, Rotax 915iS, IFR-fähig, Reichweite über 1.500 km — das richtige Flugzeug für berufliche Vielflieger. Mein Profil ist gegenteilig: ich fliege fast nur Sichtflug, nutze Loops und Rolls bewusst, und ich brauche keine 1.500 km am Stück.
Die +6/-3 g-Zertifizierung des Gabriel ist der eine Punkt, an dem alle Vergleiche enden. Wer Aresti-fähig sein will, hat in Europa wenig Auswahl — der Gabriel macht es bezahlbar und schön.
“Im Gabriel fühle ich mich wieder wie auf der PC-7 — nur dass ich am Abend nach Hause fahre.”
Was ich heute anders machen würde: mehr Stunden mit einem zivilen Kunstflug-Lehrer im ersten Jahr. Militärisch fliegen und zivil schulen sind zwei verwandte, aber nicht identische Dialekte.