Ich lebe in Mougins, kurz hinter Cannes, und arbeite in der Yacht-Branche. Fliegen ist für mich ein Gegengift zur Hafen-Logistik: dort 30 Knoten Wind und drei Subunternehmer am Telefon, oben Stille und ein Plan.
Vor dem Blackshape habe ich eine SR22 geleast — wunderschönes Flugzeug, aber zu viel für meine typischen Etappen. Der Prime BK160 ist ein Drittel der Anschaffung und passt zu meinem Profil: Tandem, leiser Rotax, IFR-fähiges Glascockpit, exquisite Carbon-Verarbeitung. Ich bin Designerin von Beruf, das Material überzeugt mich physisch.
Die Wochenend-Standardrunde: Cannes-Mandelieu LFMD raus über das Meer, Stopp in Fayence LFMF zum Frühstück, weiter durch das Var-Tal nach Norden oder über Korsika nach Italien. Roma-Urbe LIRU ist zwei Stunden zwanzig entfernt — ein realistischer Tagesflug für ein Treffen mit den italienischen Werften.
Cannes-Mandelieu hat strenge Lärmrestriktionen — viele klassische GA-Motoren passen schlecht ins Profil. Der Rotax 915iS mit Konstantverstellpropeller ist hier ein echter Vorteil, und die Mandelieu-Truppe begrüsst die Maschine entsprechend freundlich.
Im typischen Reiseflug bin ich auf FL080 mit 150 Knoten unterwegs — angegeben sind 295 km/h, ich messe das je nach Höhe und Beladung knapp darunter. Der Tank reicht für gut fünf Stunden, was den meisten meiner Routen mehr Reserve gibt, als ich je brauche.
Cannes-Mandelieu LFMD ist Heimat — Anflug über das Wasser, das Esterel-Massiv zur Rechten, am Boden Lounge-Charakter. Die Slot-Disziplin ist streng; wer einmal eine Verspätung produziert, kennt das Ergebnis.
Fayence LFMF ist mein Lieblings-Frühstücksplatz — historischer Segelflug-Platz im Var, Asphalt- und Graspiste, Restaurant am Vorfeld, alpine Vorgebirgs-Optik. Roma-Urbe LIRU ist die Italien-Anbindung; Mali Lošinj LDLO im Sommer eine längere Etappe für eine Adria-Woche.
Vor der Prime-Bestellung habe ich den Blackwing BW 650 ernsthaft geprüft — gleicher Rotax-Stamm, gleiche Carbon-DNA, aber UL-Klasse mit 600 kg MTOM, Side-by-Side, kürzere Reichweite. Für Wochenend-Hopper an der Côte ist der BW 650 fantastisch. Für mich, mit gelegentlichen Mittelmeer-Überquerungen und IFR-Trainingsstunden, war die Echo-Zulassung des Prime und die zusätzlichen 150 kg MTOM die saubere Wahl.
Die Tandem-Geometrie passt zu meinem Stil — ich fliege oft solo, und wenn ein Passagier mitkommt, sitzt er hinter mir, hat eine eigene Sicht und kein Funksprech-Quartett im Cockpit.
“Der Prime fühlt sich auf einem Anflug auf Mandelieu so an, als würde er das Gelände kennen.”
Was ich heute anders machen würde: eine kürzere Erstkonfiguration, dafür sechs Monate fliegen, dann nachrüsten. Ich hatte zu Beginn jede Option an Bord — gebraucht habe ich davon nur die Hälfte.